Assuan-Reiseführer: Hochstaudamm, Unvollendeter Obelisk, Nubisches Museum und Insel Elephantine
Umfassender Reiseführer für Assuan mit Luxor Star: Der Assuan-Hochstaudamm am Nassersee, Steinmetzkunst am Unvollendeten Obelisken, das Nubische Museum und Elephantine.
Einleitung: Das goldene Tor zu Nubien und Afrika
Im äußersten Süden Ägyptens verzaubert Assuan (im Altertum Syene, was „Handelsplatz“ bedeutet) mit einer der malerischsten Flusslandschaften der Erde: Polierte rosafarbene Granitfelsen ragen aus dem blauen Nil, gesäumt von den sonnenverwöhnten Sanddünen Nubiens.
Seit jeher galt Assuan als monumentaler Steinbruch des Pharaonenreichs, aus dem die gewaltigen Monolithen für die Obelisken von Karnak und die Pyramidenverkleidungen geschlagen wurden. Im 20. Jahrhundert schrieb Ägypten hier mit dem Bau des Assuan-Hochstaudamms erneut Ingenieurgeschichte.
Entdecken Sie mit Luxor Star das Zusammenspiel antiker Steinmetzkunst am Unvollendeten Obelisken, moderner Baukunst am Hochstaudamm, lebendiger Kultur im preisgekrönten Nubischen Museum und historischer Mystik auf der Insel Elephantine.
1. Der Assuan-Hochstaudamm (El-Sadd El-Aali): Gigantismus des 20. Jahrhunderts
Etwa 13 km südlich der Stadt gelegen, zählt der zwischen 1960 und 1970 unter Präsident Nasser mit sowjetischer Unterstützung erbaute Staudamm zu den größten Bauwerken der Moderne:
- Bändigung der Nilflut: Schutz vor verheerenden Hochwassern und verlässlicher Wasserspeicher in Dürrejahren.
- Sauberer Strom: Zwölf Turbinen erzeugen Milliarden Kilowattstunden sauberer Wasserkraft.
- Der Nassersee: Einer der weltweit größten Stauseen (über 500 km lang), Lebensader und Refugium für Nilbarsche und seltene Vogelarten.
- Das Denkmal der ägyptisch-sowjetischen Freundschaft: 72 Meter hohe Betonstele in Form einer geöffneten Lotusblume mit 360-Grad-Aussichtsplattform.
2. Der Unvollendete Obelisk: Freilichtlehrbuch der Pharaonen
In den nördlichen Granitsteinbrüchen liegt der Unvollendete Obelisk – ein faszinierendes archäologisches Dokument altägyptischer Werktechnik:
- Rekordmaße: Mit 42 Metern Länge und fast 1.200 Tonnen Gewicht wäre er der größte je aufgerichtete Obelisk der Weltgeschichte gewesen.
- Vermutlich von Pharaonin Hatschepsut für den Karnak-Tempel in Auftrag gegeben.
- Spalttechnik mit Doleritkugeln: Mit harten Dolerit-Basaltkugeln (je 5 bis 6 kg) hämmerten die Arbeiter rillenförmige Schächte in den Granit, unterstützt durch Feuerhitze, Kälteschocks und quellende Holzkeile.
- Der fatale Riss: Ein natürlicher Spannungsriss im Fels zwang die Steinmetze, den Monolithen unvollendet im Muttergestein zu belassen.
3. Das Nubische Museum: Herz und Seele Nubiens
1997 eröffnet und mit dem Aga-Khan-Preis für Architektur ausgezeichnet:
- Die UNESCO-Rettungsaktion: Dokumentation der weltweiten Rettung von 22 Tempeln (u.a. Abu Simbel und Philae) vor den Fluten des Nassersees.
- 5.000 Jahre nubische Kunst: Keramik der Kerma-Kultur, kuschitische Silberkronen und traditionelle Trachten.
- Traditionelles nubisches Haus: Naturgetreue Lehmbauten mit typischer Wandmalerei und Flechthandwerk.
4. Die Insel Elephantine und der antike Nilometer
- Der Tempel des widderköpfigen Gottes Chnum: Schöpfer der Menschen auf der Töpferscheibe.
- Der historische Nilometer: In den Fels geschlagene Steintreppe mit Messskalen zur Bestimmung der Steuerhöhe anhand der jährlichen Nilflut.
- Die nubischen Dörfer Siou und Koti: Farbenfrohe Gassen und erfrischender Karkadeh-Tee.
In diesem Beitrag beschriebene Touren & Erlebnisse
